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Absolventenportraits
Sira Müller
NAME: Sira Müller
JAHRGANG/ZEITRAUM: 2. Jahrgang / 2023-2026
IHR JOB HEUTE: Ich bin hauptamtliche Vorständin bei DIE EHRENFELDER eG und verantworte dort insbesondere die technischen Themen rund um die Instandhaltung, Sanierung und den Neubau unserer Wohngebäude.
WAS MACHT EUER UNTERNEHMEN? UND WAS MACHST DU DA?
Die DIE EHRENFELDER eG ist Kölns größte Wohnungsgenossenschaft mit über 4.300 Wohnungen, hauptsächlich in Köln Ehrenfeld. Unser Ziel ist es, bezahlbaren, lebenswerten und klimafreundlichen Wohnraum langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Als hauptamtliche Vorständin bin ich die zentrale Ansprechperson für alle technischen Themen. Dazu gehören die strategische Weiterentwicklung unseres Gebäudebestands, die Planung und Umsetzung von Sanierungen sowie die Entwicklung neuer Bauprojekte. Besonders wichtig ist mir, Nachhaltigkeit nicht als Einzelmaßnahme zu verstehen, sondern als festen Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und unserer täglichen Entscheidungen zu verankern.
INWIEWEIT HAT DICH DAS STUDIUM AUF DEINE NEUE AUFGABE VORBEREITET?
Das Studium hat meinen Blick darauf geschärft, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeit aktiv in Unternehmensprozesse zu integrieren. Es hat mir gezeigt, dass nachhaltige Lösungen nur dann erfolgreich sind, wenn die notwendigen Strukturen, Prozesse und Kapazitäten geschaffen werden. Die Inhalte des Studiums helfen mir heute dabei, bedarfsgerechte Strategien für unseren Gebäudebestand zu entwickeln und langfristige Entscheidungen ökologisch, wirtschaftlich und sozial ausgewogen zu treffen.
WAS TREIBT DICH AN?
Mich motiviert insbesondere der zentrale Zielkonflikt der Wohnungswirtschaft: Klimaschutz auf der einen Seite und bezahlbares Wohnen auf der anderen. Für mich dürfen sich diese Ziele nicht ausschließen, sondern müssen gemeinsam gedacht werden. Es ist meine Aufgabe und zugleich meine Motivation, unsere Genossenschaft zukunftsfähig aufzustellen, unseren Gebäudebestand nachhaltig zu transformieren und gleichzeitig die Mieten für unsere Mitglieder bezahlbar zu halten. Genau diese Verbindung von sozialer Verantwortung und Klimaschutz liegt mir persönlich sehr am Herzen.
WAS WAR DEIN BISHER GRÖSSTER ERFOLG?
Ein besonderes Projekt war unser „Langhaus Braunsfeld“ im Kölner Westen. Das Grundstück galt lange Zeit als praktisch unbebaubar, da es direkt am KVB-Betriebshof grenzt und sehr schmal ist. Heute stehen dort 76 Wohnungen sowie 10 sozial orientierte Gewerbeeinheiten. Das Projekt zeigt, wie auch schwierige Standorte erfolgreich entwickelt und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann und wurde aus diesem Grund mit dem deutschen Bauherrenpreis 2026 ausgezeichnet.
Darüber hinaus sehe ich die schrittweise Verankerung von Klimaschutzthemen in unseren Geschäftsprozessen als großen Erfolg. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung einer nachhaltigen und zirkulären Sanierungsstrategie für unseren Bestand, der Aufbau eines systematischen Nachhaltigkeitsmanagements sowie die stärkere Betrachtung von Lebenszykluskosten anstelle eines reinen Fokus auf Investitionskosten. Es sind viele kleinere Schritte, die zusammen eine große Wirkung entfalten.
WÜRDEST DU RÜCKBLICKEND BETRACHTET DAS STUDIUM WIEDER MACHEN?
Ja, auf jeden Fall. Das Studium verbindet fachliche Tiefe mit einem sehr hohen Praxisbezug. Besonders wertvoll fand ich die vielfältigen Einblicke in reale Projekte und die Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen der Bau- und Immobilienbranche aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Auch der Rhythmus des Studiums hat für mich sehr gut funktioniert, da ich mich in den Präsenzphasen vollständig auf die Studieninhalte konzentrieren konnte.
WAS IST DEINE EINDRUCKSVOLLSTE/BESTE/WITZIGSTE ERINNERUNG ANS STUDIUM?
Eine einzelne Erinnerung herauszugreifen, fällt mir schwer. Das Besondere waren für mich die Menschen. Im Studium trifft man auf viele engagierte Persönlichkeiten, die eine ähnliche Haltung teilen und sich für dieselben Zukunftsthemen einsetzen. Gleichzeitig bringt jede und jeder eigene Erfahrungen und Perspektiven mit ein. Dadurch entstehen spannende Diskussionen, wertvolle Netzwerke und oft auch Freundschaften, die weit über das Studium hinaus bestehen bleiben. Genau dieser Austausch hat das Studium für mich besonders gemacht.